ADAC GT Masters
16. – 18. Juli 2010
TT Circuit Assen (NL)

Die derzeitigen Tabellenführer Albert von Thurn und Taxis (27) und Fahrzeugpartner Peter Kox (46) schleppten schwere Last in ihrem Lamborghini Gallardo LP560 GT3 (REITER Engineering) über den niederländischen Kurs in Assen. Zu den 40 kg für die Fahrerpaarung und den 30 kg aus der Balance of Performance kamen 50 kg Platzierungsgewicht hinzu. „Das merkten wir schon sehr deutlich. Die Fahrbalance verschlechterte sich und das Auto demonstrierte das durch Untersteuern und Übersteuern geprägtes, schwieriges Handling.“ so Thurn und Taxis.
Nach dem ersten freien Training ein gewohntes Bild des Erfolgsduos: Platz 2. „Das Ergebnis wurde durch den Einsatz von neuen Reifen begünstigt, aber wir haben schon bemerkt, dass wir am Limit fahren und die Anderen sicher noch Luft nach oben haben.“
In der zweiten Trainingseinheit am Freitag kam der Augenöffner in Form von ungewohnt schlechten Rundenzeiten (auf gebrauchten Reifen). Mit knapp 3 Sekunden Rückstand auf die Spitze und P15 am Ende der Sitzung war Eile geboten bis zu Q1 und Q2 am Abend. Das Team nahm eine Modifikation am Setup vor, was sich laut Thurn und Taxis als Fehlentscheidung herausstellte. Am Ende waren wir noch langsamer und mussten so in die Qualifizierungsläufe gehen.“ Thurn und Taxis ernüchtert.
Auch im ersten Quali jagte die Konkurrenz davon. Der Lambo ließ sich schwer händeln und Albert von Thurn und Taxis hatte nur ein geringes Zeitfenster um eine schnelle Runde zu fahren. Der 27jährige stellte am Ende seiner Session den Renner auf Startplatz 13 (1:42.732).
Kox platzierte den Lamborghini in seinem Qualilauf ebenfalls auf P13 (1:41.546), obwohl es zwischenzeitlich kurz anders aussah. Trotz des enormen Fahrzeuggewichts schob er sich einige Zeit lang auf P6 vor. „Ja, der Peter hat da mal wieder eine Peterzeit hingelegt. Es ist schon eine Leistung unter den Umständen solche Zeiten zu fahren, aber die Reifen bauen eben einfach zu schnell ab und die Konkurrenz legte nach. Wir setzen jetzt das Setup zurück und sind ganz zuversichtlich für die beiden Läufe. Platz 6 wäre super. Dann wären wir noch in den Punkten und werden Gewicht los.“ Thurn und Taxis nach der Qualifizierung optimistisch.
Der 27jährige begann das einstündige Rennen, blieb jedoch während seines Einsatzes im Mittelfeld hängen. Angriffe auf die Gegner blieben vergeblich. Dazu kam der Druck von hinten (Rosberg-Audi). Thurn und Taxis musste zurückstecken, das Fahrverhalten des Boliden erlaubte nur niedrigen Kurvenspeed. Ein beträchtlicher Nachteil auf den kurvenreich geschwungenen Kurs in Assen. Nieselregen setzte ein und Kox bekam auf Verdacht beim Boxenstopp Regenreifen. Die Entscheidung zahlte sich aus. Kox kam in starken Regen und weiter nach vorne. Stark ausgebremst von zwei folgenden SC-Phasen, bewegte sich Kox in der letzten Runde auf P7. Eine Zeitstrafe versetzte das Duo auf P8 zurück. „Das passierte in der zweiten Safetycar-Phase. Die Phase war noch nicht überall klar signalisiert und Peter war schon beim Überholvorgang (Abt-Audi) leicht im Vorteil, als er die gelbe Flagge gesehen hat und hat diesen auch genutzt was eigentlich auch richtig war. Die Rennleitung hat das anders gesehen und uns bestraft.“ erklärte Albert von Thurn und Taxis. Geblieben ist Rang 8.
Leicht entlastet (minus 30 kg) und mit erneuter Setup-Veränderung ging das Reiter-Duo in das zweite Rennen am Sonntag. Kox setzte sich nach dem Start und einer längeren SC-Phase auf Rang 9. Mit einem Audi R8 i

m Genick beendete er seinen Stint erfolgreich auf P5. Thurn und Taxis übernahm den Lambo und musste dem Audi (Hammel/Johansson) nachgeben.
Thurn und Taxis lief auf die Corvette von Toni Seiler auf. „Es war nicht so einfach, auf saubere Art an Toni vorbei zu kommen, obwohl er deutlich langsamer war. Der Toni ist ein alter Fuchs und hat seine Position gekonnt verteidigt und ist effektiv Kampflinie gefahren.“ Albert von Thurn und Taxis probierte es außen, musste passen und der folgende Winter/Veltmann-BMW nutzte die offen gelassene Tür für sich. Der deutlich angeschlagene Porsche der Bergmeisterbrüder blockierte schleppend die Ideallinie vor Thurn und Taxis. Der Regensburger zog vorbei, Bergmeister touchierte den Lamborghini empfindlich und zwang ihn von der Strecke. Verärgert kam er zurück auf die Strecke und kämpfte sich wiederholt an die Seiler-Corvette ran. In einem spannenden Zweikampf kurz vor Rennende gelang es Ihm Seiler hinter sich zu lassen und Rang 6 einzuheimsen.
Nach einem turbulenten Rennwochenende können sich Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox immer noch mit 43 Zählern an der Tabellenspitze zeigen lassen.
„Wir haben uns an diesem Wochenende mit dem Gewichtsproblem im Auto die Zähne ausgebissen, haben aber am Ende unser eigen vorgelegtes Ziel erreicht und gehen leichter auf den Eurospeedway Lausitz.“ resümierte Albert von Thurn und Taxis. Dort treffen sich die Piloten der Traumwagenliga wieder vom 13. -15. August 2010.
mmr/motioncompany