Albert von Thurn und Taxis: Unfallpech auf Favoritenkurs

FIA GT3 EUROPEAN CHAMPIONSHIP
Portugal, Algarve Motor Park
12./13. September 2009

 

Albert von Thurn und Taxis in der FIA GT3 in der Algarve im Lamborghini Gallardo GT3 für das Team Reiter EngineeringDer 4,6920 km lange Kurs in der Algarve galt für das Lamborghini-Team Reiter Engineering als ein Kurs, auf dem richtig was gehen kann. Doch teilweise unsportliches Verhalten von Mitstreitern vereitelten den Punktekurs der motivierten Piloten Albert von Thurn und Taxis und dessen Fahrzeugpartner Klaus Ludwig (Lamborghini Gallardo GT3 von Reiter Engineering).
Thurn und Taxis fuhr das erste Zeittraining und qualifizierte sich auf Rang 6 zum ersten Lauf. „Das war mein bestes Qualifying in dieser Saison. Das Auto lag wirklich super.“  Q2 absolvierte Ludwig und platzierte das Lambo-Duo auf P14 zum zweiten Rennen.
Rennen 1: Thurn und Taxis kam beim Start sehr gut weg, behauptete sich auf seiner Position und hatte nach der zweiten Runde P5 im Sack. Nygaard (Ford GT) rückte Thurn und Taxis gefährlich auf die Pelle und schob den Reiter-Pilot so ins Abseits, dass sein Lamborghini ordentlich Dreck schluckte.

Es dauerte einige Runden bis der wieder abgefahren war und der Ferrari, dann vor ihm, baute seinen Abstand aus. Mit sauber gefahrenen Reifen fand der 26jährige wieder Anschluss auf den Ferrari. Auch der Ford GT legte Geschwindigkeit nach und „Mir war klar, der wird mich in den nächsten paar Runden schnupfen.

Der Ford hat mir pro Runde ein paar Zehntel abgenommen.“ so Albert von Thurn und Taxis. Der leistungsstärkere Ford GT (Nygaard) setzte sich dicht an das Heck des Lambo-Piloten und verbremste sich in der kommenden Kurve. Nygaard krachte Thurn und Taxis hinten rein und hebelte den Lamborghini aus. „Ich hatte Glück, dass es mich nicht überschlagen hat. Ich bin durch die Luft geflogen und auf dem Heck gelandet.“ Die Heckstoßstange hat sich in den Reifen gebohrt. Beschädigt und voller Kies machte sich der enttäuschte Pilot auf den Weg in die Box und noch an der Boxengasseneinfahrt löste sich der Reifen von der Felge. Albert von Thurn und Taxis im Lamborghini Gallardo GT3Das Team stellte zudem noch ein stark beschädigtes Fahrwerk fest und das bedeutete das vorzeitige Aus nach nur neun Runden Fahrspaß. „Ich fand die Aktion ziemlich unsportlich. Gar nicht mal den Rennunfall. So was kann passieren. Sicher ist das ärgerlich, aber wenn der Fahrer dann kommt und sich entschuldigt, ist die Sache gegessen.“ so der Unglückspilot. Der Übeltäter selber erfreute sich stattdessen über seinen Podiumsplatz, erreicht auf der letzten Rille.
Rennen 2: Klaus Ludwig, gestartet von P14, ackerte sich bereits in seiner ersten Umrundung bis auf Rang 7 nach vorn. Rennteilnehmerin Claudia Huertgen (BMW Alpina) kam von der Strecke ab und fädelte sich, wenig ladylike, wieder in das Renngeschehen ein. Die BMW-Pilotin preschte zurück und übersah wohl die Fahrzeuge vor Ort. Ludwig hielt Kurs. Huertgen knallte mit voller Wucht in die linke Vorderseite des Lambo und zwang Ludwig in die Box. Das Reiter-Team wechselte den beschädigten Reifen und schickte Ludwig wieder ins Feld. Dort kam der Rennroutinier mit P25 an und schaffte es während seines Stints wieder bis auf P16. Albert von Thurn und Taxis übernahm den stark vibrierenden Boliden. „Mit dem Fahrzeug war nichts mehr zu reißen. Wir hatten schon 23 Sekunden Abstand auf den Vordermann.“
Dann überholte ihn der Verursacher-BMW (inzwischen von Walter pilotiert). Thurn und Taxis, vom Ehrgeiz gepackt, gab Gas, ignorierte das Vibrieren im Auto und fuhr den angeschlagenen Lamborghini Gallardo mit P11 über die Ziellinie.

Nächste FIA GT3-EM-Veranstaltung ist Anfang Oktober in Frankreich vom 2.-4.10.09 auf dem Paul Ricard HTTT.


mmr/motioncompany