Albert von Thurn und Taxis: Mit einem Schrecken davongekommen
FIA GT3 EUROPEAN CHAMPIONSHIP
Frankreich, Paul Ricard HTTT
02.-04. Oktober 2009
Albert von Thurn und Taxis im Lamborghini GallardoDer französische Circuit Paul Ricard HTTT dient ursprünglich als Teststrecke, unter anderem, um die Sicherheit auf Rennstrecken zu verbessern. Hier werden zum Beispiel Rennfahrzeuge auf Abwegen nicht von Kies oder Gras gebremst, sondern von unterschiedlichen Asphaltierungen und breiten Auslaufzonen. Das ermöglicht natürlich auch dem Fahrer, abseits der Strecke, sich schnell wieder ins Renngeschehen einzufädeln, birgt aber auch Restrisiken.
Albert von Thurn und Taxis (26) besetzte an diesem Wochenende nicht nur den Lamborghini Gallardo der GT3 EM. GT3-Partner Klaus Ludwig musste seinen Kollegen dem Lambo-Pilot Horst von Saurma-Jeltsch (Chefredakteur einer bekannten Autozeitschrift) für die Lamborghini Super Trofeo ausleihen.
Die Beschaffenheit der Rennstrecke in Le Castellet verlangte eine andere Qualifizierungsstrategie ab. Die Reifen haben hier eine andere Arbeitsweise. „Du bringst hier die Reifen schwer zum Arbeiten. Hier läuft das nicht so wie sonst. Neue Reifen drauf, raus und nach zwei Runden die schnellste Runde. Es dauert hier 5-6 Runden, bis die Reifen da sind. Und wir müssen uns über uns selbst ärgern, dass wir zu früh das Qualifying abgebrochen haben. Es bringt auch nichts, wenn du im Verkehr steckst, die Reifen zu schonen. Dadurch sammelt man nur unnötig viel Dreck auf. Man muss hier aus der Box raus und draufhalten, draufhalten und draufhalten und das haben wir einfach nicht richtig interpretiert.“ erklärte Hans Reiter Teamchef Reiter Engineering.
Albert von Thurn und Taxis für Reiter Engineering auf dem Circuit Paul Ricard HTTTAlbert von Thurn und Taxis platzierte sich im ersten Zeittraining dennoch auf P10 (von 30) und nahm in der Startaufstellung zum ersten Rennen in der fünften Startreihe neben Championship-Leader Christopher Mies Platz. Thurn und Taxis mischte sich nach dem Start in die Spitzengruppe. Es ging in die erste Kurve, Thurn und Taxis wurde vom Pulk nach außen gedrückt und kam kurzzeitig von der Strecke ab. Was er beim Start gewonnen hatte war neben der Strecke geblieben. Thurn und Taxis hängte sich erneut dicht an die Gruppe und konnte sehr gut mit der Mies-Audi-Pace mitgehen. Leichter Regen setzte ein. Weiter vorne berührten sich zwei Renner, wobei höchstwahrscheinlich ölige Flüssigkeit auf die Strecke geraten ist. Plötzlich verlor der führende Aston Martin die Kontrolle, ihm folgten fünf weitere GT-Fahrzeuge. In Sekundenschnelle waren sechs Boliden bis aufs Schlimmste zerstört. Albert von Thurn und Taxis mittendrin. Er schlug in die Leitplanke ein, drehte sich und blieb entgegen der Fahrtrichtung stehen. „Der Einschlag war heftig, aber wenn man sieht, dass der Rest auf einen zurast, bekommt man es mit der Angst zu tun und nichts wie raus. Mir geht es gut. Ich wurde untersucht und hab nur eine Rippenprellung. Das Auto ist hinüber, das Wochenende ist sowieso gelaufen und es wird sich zeigen, ob wir in Zolder überhaupt noch starten.“ So Albert von Thurn und Taxis.

Die Fahrzeuge sind enorm zerstört, aber allen Fahrern geht es, bis auf leichte Verletzungen, gut.
mmr/motioncompany