ADAC GT Masters
7.-9. Mai 2010
Sachsenring

„Ich glaube wir haben an diesem Wochenende in puncto Strafen so ziemlich alles ausgeschöpft, was das deutsche Sportgesetz hergibt und trotzdem sind wir in der Meisterschaft vorne. Das ist kaum zu glauben.“ schmunzelt Hans Reiter (REITER Engineering).
Den Auftakt machte Peter Kox (NED) im Freitagstraining Nummer zwei. Kox setzte bei Gelb eine schnelle Sektorzeit und handelte für sich und seinen Fahrzeugpartner Albert von Thurn und Taxis (Lamborghini Gallardo LP 560 GT3) eine Platzierungsstrafe von fünf Plätzen für das Ergebnis der darauffolgenden Trainingssitzung ein.
Diese fuhr Albert von Thurn und Taxis (26, GER) am Samstagmorgen um 8:00 Uhr bei halb nassen Streckenbedingungen. Der Qualifizierungslauf endete für Thurn und Taxis auf der Startposition 2, gestartet ist der 26jährige allerdings im dritten Lauf der Saison von Rang 7. Kox setzte im zweiten Qualilauf für das Sonntagsrennen den Lambo auf die Pole Position. Ein Missverständnis bei der Einfahrt in das Parc Ferme stieß den erfahrenen GT-Sportler vom Thron. Disqualifiziert, es blieb nur noch der Start aus der letzten Reihe.
„Kein Risiko“ hieß es ganz klar aus dem Reiter-Kommandostand zum ersten Lauf an diesem Sachsenring-Weekend. Albert von Thurn und Taxis flog aus der vierten Startreihe in den Pulk und entkam nur knapp einer Kollision mit einem Porsche. Als Sechsplatzierter nach der ersten Runde und bereits auf P5 nach der Zweiten, ging Thurn und Taxis seinen nächsten Vordermann an. Er setzte sich außen neben den Bergmeister-Porsche. Der machte dicht. Der Lambo kam aber besser aus der Kurve, Thurn und Taxis nutze diesen Vorteil und zog in der nächsten Rechts bergauf vorbei. Thurn und Taxis setzte sich ab und näherte sich dem Zweikampf zwischen Ascari (Knop/Rehfeld) und Audi R8 (Kechele/Klingmann) um P2. Aufgefahren, kam sofort per Funk: „Ruhe bewahren, kein Risiko, wir machen das mit dem Stopp.“
Thurn und Taxis ging hinter dem Abt-Audi in die Box und Peter Kox fuhr vor dem Audi wieder auf den Kurs. „Das war ein schöner kleiner Erfolg.“ freute sich Hans Reiter über das gelungene Manöver.
Kox steuerte den Reiter-Lambo sofort auf Kampflinie. Am Heck des führenden Christopher Mies (Audi, Abt) angekommen, machte er sofort seinen Standpunkt klar. Kox deutete innen an, Mies schob den Riegel vor und der Lamborghini ging an den Überrumpelten vorbei.
„Wahnsinn. Ich bin rein, Peter ist raus und hatte eine Bestzeit nach der anderen hin gelegt. Das war eine überragende Performance. Wir wollten auf das Podium, aber dass wir ganz oben stehen, damit hab ich nicht gerechnet.“ Albert von Thurn und Taxis im Freudentaumel. Seine Mutter Fürstin Gloria fieberte kräftig mit und überreichte den stolzen Gewinnern die Trophäe.

Im Sonntagslauf erreichte die Spannung einen ganz neuen Höhepunkt. Diesmal hieß es teamintern „Draufhalten.“
Die letzte Startreihe ließ nicht viele Möglichkeiten offen. Kox pilotierte den Durchbruch durch die Sportwagendichte. Anfangs eher verhalten, pflügte der Niederländer in seiner Arbeitszeit durch das Mittelfeld und war bereits in Runde 17 auf P5. Währenddessen kassierte Kox eine Verwarnung der Rennleitung. Dicht an dicht ein Rosberg-Audi und ein Ascari vor Kox. Der Audi setzte seinen Fuß in die Eisen, der Ascari hinterher, klar dass der Lambo von Kox kurz mit dem Ascari in Berührung kam.
Peter Kox überließ den Renner auf P3 an Albert von Thurn und Taxis. Nach einer Zeitunterschreitung beim Boxenstop durfte Albert von Thurn und Taxis die letzte, schmerzlichste Strafe an diesem Wochenende antreten. Ein Stop and Go eliminierte den Traum auf das zweite Podium.
Hart gekämpft und das Podium wäre verdient, beendete Albert von Thurn und Taxis den zweiten Lauf der ADAC GT Masters auf dem Sachsenring mit P6.
„Das war schon ärgerlich, noch dazu wurde eine Verwarnung ausgesprochen, weshllb ich kein Angriffsrisiko mehr eingehen durfte. Nachdem ich auf Schmicki aufgelaufen bin, hab ich nicht an ihm vorbeigefunden. Er hat hart gefightet. Ohne Strafe wär das Podium drin gewesen. Aber es war ein aufregendes Wochenende. Ich habe mich schon die ganze Zeit auf den Sachsenring gefreut.“ Albert von Thurn und Taxis.
Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox zieren weiterhin die Tabellenspitze der ADAC GT Masters mit 21 Zählern.
In zwei Wochen geht Thurn und Taxis für die GT3 EM im tschechischen Brno auf Rennkurs.
mmr/motioncompany