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FIA GT3 Europameisterschaft Brno 21 – 23 Mai 2010
Das Wetter in Brno zeigte sich vielseitig. Starke Regenschauer und herrlicher Sonnenschein begleiteten die GT3-Piloten am zweiten Rennwochenende der Europameisterschaft. Albert von Thurn und Taxis (GER) teilte sich am vergangenen Wochenende den Lamborghini Gallardo LP 560-4 (REITER Engineering) mit dem talentierten Philip Geipel (GER). Die Zusammenführung ging auf. Eine Pole Position, Platz 4 im ersten Lauf und Platz 2 im Zweiten.
Philip Geipel marschierte in Q1 ganz nach oben auf der Zeitenliste. Nachdem Thurn und Taxis wegen eines Elektronikproblems keine Runde im freien Training absolvieren konnte, fehlte ihm auf dem langen Kurs in Brünn die Routine. Während er in der zweiten, stärkeren Gruppe in Q2 nur P14 schaffte, sollte das nicht so bleiben.
Geipel blieb nach dem fliegenden Start in Rennen 1 an der Spitze. Hinter ihm drückte die Callaway-Corvette von Keilwitz und die von Lambotte (FRA). Die schweren Fahrzeuge waren bei den nassen Streckenverhältnissen gegenüber dem leichten Lamborghini überlegen. Geipel machte den beiden keine Schwierigkeiten und landete auf P3. „Ich wollte kein Risiko eingehen. Lieber einen heilen P2 oder P3 nach Hause bringen, als im Kies landen.“ Philip Geipel dazu. Geipel übergab auf Rang 3 an Thurn und Taxis.
„Albert war bei der Übergabe auf einem sicheren zweiten Platz. Leider hat der Philip beim Wechsel den Motor laufen lassen. Albert hat das bemerkt und reagiert, nur hat das auch der Pit-Marshall mitbekommen und das hieß ein Stop and Go, die Albert absitzen musste. Momentan muss er schon viel aushalten. Das ist inzwischen seine dritte Bestrafung, die ihm seine Teamkollegen eingebrockt haben. Albert ist ein sehr gutes Rennen gefahren. P2 wäre ihm bestimmt gewesen.“ Teamchef Hans Reiter. So mussten sich die beiden GT3-Piloten außerhalb des Podiums mit P4 zufrieden geben.
Thurn und Taxis und Geipel rückten im zweiten Lauf ihren Stand im Feld wieder ins rechte Licht. Albert von Thurn und Taxis flog vier Platzierungen nach vorne und fuhr auf den Audi R8 von Logere-Roux auf. Von hinten machte eine Corvette (Lunardi) heftig Druck auf den Lambo. In der Zange der Renner wurde der 26jährige zum Jäger und Gejagten gleichermaßen. Thurn und Taxis hielt dem schnellen Piloten stand und behielt ihn im Rückspiegel. „Der Audi war schwer zu knacken. Er ist sehr klug gefahren und ich wollte nicht voll auf Risiko fahren. Ich musste selbst Kampflinie wegen der Corvette fahren und das machte es schwierig dann noch auf Angriff zu gehen.“ Thurn und Taxis ging mit P9 zum Pitstop. Geipel kam günstig ins Feld zurück, hatte freie Fahrt und holte vier Platzierungen auf. Vor ihm tauchte der BMW Alpina mit „Niki“ Mayr-Melnhof (AUT) auf. Geipel beäugte den Kraftprotz und machte seinen Gegner durch starken Druck nervös. „Ich musste nur warten, bis er einen Fehler macht.“ Lange konnte er nicht warten. Die Hohenadel-Corvette rückte schnell von hinten an. „Das hieß für mich, jetzt muss ich vorbei.“ In einem gekonntem Manöver ging Geipel vorbei und damit auf Rang 2. Die Corvette folgte und stieß den BMW-Piloten, der mit Leistungseinbussen zu kämpfen hatte, vom Podiumsplatz. Dicht gefolgt von der Callaway-Corvette sah Geipel als Zweiter die Zielflagge.
„Es war eine Freude Philip bei seinem Stint zu zuschauen. Er hat top Zeiten gefahren und sein Überholmanöver war höchst professionell. Sehr spannend. Schade, dass der Niki noch von der Corvette überholt wurde. Ich wäre gerne mit ihm auf dem Podium gestanden.“ Albert von Thurn und Taxis.
Schon in der kommenden Woche wird der Lambo GT3 wieder auf Hochtouren gebracht. Der Hockenheimring im Badischen lädt zur ADAC GT Masters ein.
mmr/motioncompany
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