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ADAC GT Masters FIA GT1 World Event Nürburgring 26. – 29. August 2010
Der Kampf um den Meisterschaftstitel des ADAC GT Masters ist mit dem Ergebnis in der Eifel zum finalen Weekend in Oschersleben noch einmal verschoben geworden.
Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox (Lamborghini Gallardo LP560 GT3) kämpften am vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring gegen Wetterlaunen, grenzwertig sportlichen Verhaltensweisen und fragwürdigen Entscheidungen der Rennleitung.
Die REITER Engineering Piloten Thurn und Taxis/Kox gingen mit ihrem zusätzlichen Lausitz-Erfolgsgewicht (50 kg) auf den Ring in das freie Training und positionierten sich in beiden Einheiten auf den dritten Rang. „Peter ist wieder stark gefahren. Ich hingegen habe mich schwer getan. Ich bin bereits im Lupo und im Maserati hier gefahren und muss leider feststellen: die Strecke liegt mir nicht so richtig.“ erklärte Albert von Thurn und Taxis.
Der Regensburger erledigte den ersten Qualifizierungslauf am Freitag. Das Team schickte Thurn und Taxis mit Regenbereifung in seinen Stint. Die Strecke trocknete ab. „Wir wechselten relativ spät auf Slicks. Der Reifen brauchte zwei Runden. Die dritte Runde wäre es gewesen. Ausgang Start-Ziel ist mir der Sprit ausgegangen. Wir haben ein bisschen zu knapp kalkuliert. Das kann passieren. Wir wollten nicht zu viel Ballast im Auto riskieren. P5 oder P6 hätte drin sein müssen.“ so Thurn und Taxis. Tatsächlich wurde es Startplatz 8 für Lauf 1 am Samstag.
Peter Kox überraschte mit seinem Quali-Stint wieder einmal mehr. „Mit so viel Gewicht im Auto werden deutlich weniger Fehler verziehen. Man muss sehr präzise fahren Peter ist das hervorragend gelungen.“
„Ich war selbst überrascht, auf der Pole für das zweite Rennen zu stehen. Das Auto ist einfach super. Das Team verbessert ständig und macht damit einen super Job. Albert hatte in seinem Quali einfach Pech, aber wir haben auch da eine gute Ausgangsposition.“ Peter Kox.
Albert von Thurn und Taxis startete sauber in den ersten Lauf. Das Ziel war und ist das Punktekonto zu füllen. Der 27jährige zog am Titelkonkurrent Luca Ludwig (Abt-Audi) vorbei, ging vorsichtig in die erste Kurve, erwischte eine schlechte Linie und Ludwig schlüpfte wieder durch. Thurn und Taxis reihte sich auf P9 ein und heftete sich an die Fersen von Toni Seiler (Corvette). Der behauptete verbissen seine Position. Seiler (P19 in der Meisterschaftstabelle) verteidigte seinen Platz ein bisschen zu hart, so dass der schnellere Meisterschafts-Leader nicht ohne Risiko vorbei kam. „Ganz klar. Wir fahren hier Rennen, aber würde ich den Meisterschaftsführenden hinter mir aufhalten, dann hätte ich kein gutes Gefühl dabei und Toni hat mich aufgehalten. Schade.“
Albert von Thurn und Taxis verhungerte schier hinter der gelben Corvette und übergab den Lambo auf P9 an Kox.
Der kam in einen Pulk aus Audi und Porsche. Der Abt-Audi (Klingmann, Kechele) fiel zurück. „Der hat sich zweimal zurückfallen lassen um das Feld hinter sich zu halten. Das ist sportlich gesehen sehr grenzwertig.“ Hans Reiter (Teamchef) dazu. Nieselregen setzte ein. Kox hing hinter Kechele. Der Pulk bewegte sich Richtung erste Kurve. Kechele blockierte Kox. Kox wollte vorbei, erwischte eine schlechte Linie, verfehlte den Bremspunkt und berührte unumgänglich den Herndlhofer-Audi (Team Rosberg) in der hinteren Seite. Für beide Piloten war das Rennen zu Ende. Thurn und Taxis/Kox mussten mit diesem Ergebnis nicht nur Federn lassen, was ihre Führung anging (Vorsprung auf 8 Pkt. zu Ludwig/Mies reduziert). Die Rennleitung bestrafte diesen Rennunfall. Thurn und Taxis und Kox wurden für den zweiten Lauf um fünf Plätze zurück versetzt und verloren somit die Pole. Es wurden verschiedene Stimmen laut, das dieser Rennunfall durch die Rennleitung übertrieben bewertet wurde. Kox äußerte sich so dazu: „Ich fahre jetzt seit 25 Jahren im Motorsport, aber was da zwischenzeitlich immer wieder entschieden wird, ist meiner Ansicht nach nicht korrekt. Schließlich fahren wir Rennen und da gibt es nun mal Berührungen.“
Peter Kox kam mit Rang 6 aus der ersten Runde von Lauf 2 und heftete sich an Michael Ammermüller (Rosberg-Audi). Der Niederländer lauerte und kämpfte sich im weiteren Verlauf mit einem spektakulären Manöver erst an Ammermüller und eine Runde später an Mies (Abt-Audi) vorbei. Noch vor dem Boxenstopp setzte sich Kox hinter Asch (Porsche) auf P3.
Thurn und Taxis übernahm das Steuer. „Peter ist ein sensationelles Rennen gefahren. Leider haben wir in der Box ein bisschen zu viel Zeit verloren und damit wurde der Abstand zum Porsche wieder größer und wir waren auf P4.“ Thurn und Taxis rückte von Runde zu Runde näher an das Kentenich-Heck, und lieferte sich mit dem Porsche einen spannenden Fight. „Der hat mir mit seinem Traktionsvorteil das Leben ganz schön schwer gemacht.“ Der Fürst blieb hartnäckig, packte sich in einem Manöver den Porsche, kam später beim Anbremsen im Nassen von der Ideallinie und Asch setzte sich wieder vor Thurn und Taxis. Die verbleibenden fünf Rennminuten setzte starker Regen ein. Die Renner blieben auf Slicks. Thurn und Taxis fightete mit Klingmann (Abt), es kam zu Berührungen und der Porsche zog weg. Klingmann drehte sich weg. Ludwig setzte sich hinter Thurn und Taxis und nutze eine brenzlige Streckensituation für sich. Thurn und Taxis heftete sich an den Abt-Audi und ein Fehler lies dem 27jährigen genug Raum um sich wieder vorbei zu drücken. Thurn und Taxis beharrte auf seinen Platz 5 und brachte damit vier Punkte auf das Konto. „Schade, dass ich das Podium verspielt habe aber angesichts der extremen Streckverhältnissen in den letzten Minuten bin ich doch glücklich dass ich noch dieses Ergebnis einfahren konnte.“
Es bleibt spannend in der Meisterschaft um die GT-Trophäe. Das erste Wochenende im Oktober wird die Titelentscheidung zwischen Thurn und Taxis/Kox (67 Pkt.) und Ludwig/Mies (58 Pkt.) bringen.
mmr/motioncompany |