Albert von Thurn und Taxis knackt den Jackpot
ADAC GT Masters & Friends
Motorsport Arena Oschersleben
1.-3. Oktober 2010
Albert von Thurn und Taxis ist Champion 2010 bei den ADAC GT MastersDer Titelkampf der begehrten Trophäe des ADAC GT Masters bot den Zuschauern ein wahrlich spektakuläres Finale. Die Nerven der Titelanwärter waren zum Zerreißen gespannt. Die Arena eröffnete am Freitag das Spitzenduell zwischen REITER Engineering und ABT Sportsline mit den freien Trainings.

Albert von Thurn und Taxis (27) und der Niederländer Peter Kox (46) führten derzeit mit 9 Punkten nur knapp die Tabelle an. Im Nacken saßen ihnen Christopher Mies und Luca Ludwig (beide ABT). Kurz vor Beginn des finalen Wochenendes verteilte ABT das Duo auf zwei Audi R8 LMS. Das bedeutete „wir hatten es jetzt mit drei potentiellen Siegerautos zu tun und das erhöhte die Spannung um einiges.“ Thurn und Taxis.

Peter Kox ging bei herbstlichen Temperaturen als erster in die Trainingssitzung und kam nach seinem Einsatz mit Bremsproblemen in die Box. Die Behebung kostete Trainingszeit. Im zweiten freien Training wurde es turbulent. Mehrere Unfälle sorgten für drei Rotphasen. Albert von Thurn und Taxis blieb unberührt und trainierte überwiegend auf dem Lamborghini Gallardo LP560 GT3.

Die zwei aufeinanderfolgenden Qualifizierungsläufe am Samstagmorgen legten den Grundstein für den ADAC GT Masters-Titel. Albert von Thurn und Taxis fuhr das erste Zeittraining.

„Die erste Runde bei diesen Temperaturen war wie auf Glatteis. Leider störte eine Rotphase meine schnelle Runde.“ Die nächste Chance kam. Albert von Thurn und Taxis stand ganz oben auf der Zeitentabelle. Eine weitere Rotphase brachte wieder Stillstand in die Platzierungsjagd. Nach der Freigabe stürmten die ABT-Audi auf den Kurs und setzten sich vor Thurn und Taxis. „Die Pole wäre super gewesen, aber P3 war gar nicht so schlecht. Dass die beiden ABT-Audi vor mir starteten, nahm mir etwas den Druck. Gerade in der ersten Kurve von Oschersleben geht es immer sehr brenzlig zur Sache.“

Albert von Thurn und Taxis holt mit Peter Kox den Titel 2010 in den ADAC GT MastersPeter Kox qualifizierte das Reiter-Duo beständig aber knapp mit 0.085 Sekunden Vorsprung auf den Ludwig/Klingmann-Audi auf die Pole Position zum zweiten Lauf am Sonntag.

Nahezu unspektakulär war der Start des ersten Rennens. Die beiden Äbte behielten die Positionen 1 und 2 und Albert von Thurn und Taxis heftete sich mit P3 an die Titelkonkurrenz. „Die Devise war: nichts riskieren, lieber diese Position halten und erste einmal Punkte sammeln. Zwei, drei kleine Fehler, bedingt durch Gripprobleme auf der Vorderachse, haben den Druck von hinten teilweise verstärkt, aber ich konnte mich immer wieder gut absetzen.“ Thurn und Taxis dazu.

Peter Kox übernahm den Lamborghini von Thurn und Taxis auf P3 und fuhr diese Platzierung über die Ziellinie.

„Wir mussten aufpassen, dass wir nicht zu viel riskieren. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Hinter mir hatte ich den Christopher Haase und der hat sich sehr fair verhalten. Morgen haben wir die Pole und wenn wir genauso fahren, reicht das für uns.“ Peter Kox.

Nach dem Rennen reichte REITER Engineering Protest gegen ABT wegen Frühstart ein. Bis in die späten Abendstunden wälzte die Rennleitung Filmaufnahmen und gab REITER recht. Ludwig und Klingmann bekamen eine Zeitstrafe von 30 Sekunden aufgebrummt. Mies/Giermaziak erbten P1 und Thurn und Taxis/Kox P2. ABT legte Berufung ein, die kurz vor Rennen 2 wieder zurückgezogen wurde. Taktik?

Das alles entscheidende Rennfinale begann mit einem Start auf Tuchfühlung. Klingmann (ABT-Audi) fuhr voll auf Kampflinie und Kox in die hintere Seite. „Ich glaube ich habe in der ganzen Saison noch nicht so gezittert wie heute. Ich wusste wir hatten die ABT- Jungs verärgert durch unseren Protest und dass sie sicher voll auf Angriff fahren werden. Peter hat sich aber souverän durchgesetzt und die Position gehalten. Ich war dann etwas ruhiger, aber die Grundanspannung blieb natürlich.“ Albert von Thurn und Taxis ging nach dem eher großzügig gehaltenen Boxenstopp, um keine Strafen zu riskieren, nach dem ABT-Audi auf P2 ins Feld zurück und „Das war OK, denn angegriffen hätte er sicher und selbst hätte ich nichts riskiert. Ich muss sagen, abgesehen von meiner mentalen Anspannung, war das soweit ein entspanntes Rennen. Ich war natürlich etwas beunruhigt als Hans mir per Funk mitteilte, dass ich Probleme mit der hintern Felge habe, verursacht durch die Startberührung, aber das bereitete mir zum Glück keine merklichen Probleme.“

Albert von Thurn und Taxis im Lamborghini Gallardo GT3 von Reiter EngineeringThurn und Taxis hielt den Lambo auf P2. Rang 3 hätte bereits für die Meisterschaft ausgereicht. Die Anspannung löste sich sichtlich mit dem Zieleinlauf. Der Meistertitel des ADAC GT Masters war mit diesem Ergebnis für Albert von Thurn und Taxis und Peter Kox sicher.

„Wahnsinn. Ich bin einfach überglücklich. Das mit dem Peter zusammen zu gewinnen ist was Besonderes, da er die letzten Jahre mein Lehrer war. Und ein großes Lob an das Team. Die gesamte Reiter-Mannschaft ist inzwischen wie eine Familie für mich. Wir arbeiten hart und haben dabei noch jede Menge Spaß. Einfach Super.“ Albert von Thurn und Taxis.

„Man muss sagen wir hatten in diesem Jahr einfach ein optimales Auto. Wir haben super zusammen gearbeitet. Am meisten bin ich stolz auf Albert. Was der in den letzten Jahren geleistet hat. Anfangs wurden wir belächelt und jetzt ist er Meister.“ Hans Reiter (Teamchef REITER Engineering)

„Es war sicher für jeden eine spannende Saison. Die Rennen waren mehr als spannend für die Zuschauer und das wir die Meisterschaft gewonnen haben ist für uns eine super Sache.“ freute sich Peter Kox.



mmr/motioncompany